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Die häufigsten IT-Sicherheitsfehler zum Jahresbeginn und wie man sie vermeidet

Der Jahresbeginn ist für viele ein Neustart: neue Mitarbeitende, neue Ziele, neue Projekte und vor allem neues Budget. Doch genau diese Phase birgt auch Risiken, insbesondere für die IT-Sicherheit. Während Budgets geplant und To-do-Listen erstellt werden, bleiben grundlegende Sicherheitsmaßnahmen oft liegen oder werden „auf später“ verschoben.


Ein gefährlicher Fehler.


Denn Cyberangriffe richten sich nicht nach Kalendern und nutzen jede Unachtsamkeit konsequent aus. Viele erfolgreiche Angriffe sind auf vermeidbare organisatorische und technische Versäumnisse zurückzuführen.


Das Erschreckende?

Die meisten wissen es und trotzdem wird IT-Sicherheit immer noch stiefmütterlich behandelt.


In diesem Beitrag wollen wir deshalb die häufigsten IT-Sicherheitsfehler zu Jahresbeginn aufzählen und Tipps geben, wie man konkret dagegen vorgehen kann.


„Machen wir später“: Updates verschieben


Nach den Feiertagen stapeln sich Aufgaben. Updates für Betriebssysteme, Software oder Server werden dabei oft bewusst aufgeschoben, um den laufenden Betrieb nicht zu stören.


Das Problem:

Bekannte Sicherheitslücken sind eines der beliebtesten Einfallstore für Angreifer. Cyberkriminelle nutzen gezielt Schwachstellen aus, für die längst Updates existieren.


So vermeidet man den Fehler:


  • Fixe Update-Fenster einplanen (z.B. wöchentlich am späten Nachmittag) und alle Geräte bewusst neu starten.

  • (Wo möglich) automatische Updates aktivieren und zentral dokumentieren, welche kritischen Systeme wann zuletzt gepatcht wurden.

  • Auch Geräte im Home-Office berücksichtigen


Neue Mitarbeitende ohne IT-Sicherheitsanweisung starten lassen


Der Jahresbeginn ist klassische Onboarding-Zeit. Neue Mitarbeitende erhalten einen PC oder Laptop, die nötigen Zugangsdaten und legen direkt los. Was oft fehlt: eine kurze, klare Einführung in die IT-Sicherheit.


Das Problem:

Der Mensch ist laut Studien einer der größten Risikofaktoren in der IT-Sicherheit.

Eine Phishing-Mail hier, ein manipulierter Link da, unsichere Passwörter oder die fragwürdige „Passwort auf Post-it unter der Tastatur“ Methode und schon blinken die Geräte wegen akuter Sicherheitsvorfälle.


So vermeidet man den Fehler:


  • Sicherheits-Onboarding verpflichtend machen: 30-60 Minuten Basisschulung in der ersten Arbeitswoche, inkl. kurzer Praxisbeispiele und Phishing-Demobeispielen.

  • Klare Regeln für Passwörter, E-Mails und KI-Tools kommunizieren und von allen neuen Mitarbeitern bestätigen lassen

  • Ansprechpartner für Sicherheitsfragen definieren.


Alte Zugriffsrechte bleiben bestehen


Ein Klassiker: Mitarbeitende wechseln Abteilungen, Rollen oder verlassen das Unternehmen, doch ihre Zugriffsrechte bleiben bestehen. Besonders zu Jahresbeginn, wenn Veränderungen aus dem Vorjahr „mitgenommen“ werden, entsteht so ein unnötiges Sicherheitsrisiko.


Das Problem:

Bleiben alte Adminrechte oder Projektfreigaben bestehen, reichen ein kompromittiertes Konto oder ein verärgerter Ex-Mitarbeitender, um großen Schaden anzurichten.


So vermeidet man den Fehler:


  • Zum Jahresbeginn eine Rechte-Review durchführen: Wer hat Zugriff auf was und braucht derjenige das wirklich noch?

  • Klare Checkliste für Ein- und Austritt definieren, inkl. Deaktivierung von Accounts in E-Mail, Cloud-Diensten, VPN, Fachanwendungen und auf Geräten.


Backups existieren, werden aber nicht geprüft


Viele Unternehmen haben Backups. Das ist gut. Doch zu Jahresbeginn zeigt sich oft: Niemand weiß genau, ob sie im Notfall wirklich funktionieren.


Das Problem:

Ransomware-Angriffe zeigen immer wieder, dass vorhandene Backups entweder veraltet, unvollständig oder ebenfalls verschlüsselt wurden. Experten warnen immer wieder ausdrücklich davor, sich auf ungeprüfte Datensicherungen zu verlassen.


So vermeidet man den Fehler:


  • Regelmäßige Wiederherstellungstests durchführen. So bleiben Backups aktuell und man weiß im Ernstfall was zu tun ist.

  • Backups von Produktivsystem trennen: Backups gehören nicht auf denselben Server bzw. denselben Speicherort wie das Hauptsystem.

  • Verantwortlichkeiten klar festlegen.


IT-Sicherheit nicht als Jahresziel setzen


Zum Jahresanfang werden Ziele wie Umsatz, Wachstum und Effizienz definiert. IT-Sicherheit taucht dabei oft nicht explizit auf, sondern wird als technische Selbstverständlichkeit betrachtet.


Das Problem:

In der Praxis zeigt sich, dass die IT-Sicherheit ohne klare Zuständigkeiten, Budgets und Prioritäten reaktiv statt strategisch bleibt. Das erhöht langfristig sowohl Kosten als auch Risiko.


So vermeidet man den Fehler:


  • IT-Sicherheit als fixes Jahresziel definieren: kein „schnell mal optimieren“, sondern aktive und bewusste Zielsetzung.

  • Maßnahmen priorisieren: Nicht alle auf einmal - lieber Schritt-für-Schritt. IT-Sicherheit ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

  • Externe Expertise einbinden, wo internes Know-how fehlt.


Fazit


Die meisten IT-Sicherheitsvorfälle entstehen nicht durch hochkomplexe Angriffe, sondern durch einfache Versäumnisse. Der Jahresbeginn ist die ideale Gelegenheit, diese Lücke zu schließen.


Direkt zum Jahresbeginn können Sie bereits folgende Dinge tun:


  • Alle Geräte einmal komplett neu starten und ausstehende Updates installieren.

  • Passwortmanager einführen oder aufräumen, schwache Passwörter ersetzen und Mehrfaktor-Authentifizierung aktivieren.

  • Liste der Mitarbeitenden, externen Dienstleister und Tools durchgehen und nicht mehr benötigte Zugänge entfernen.

  • Neue und bestehende Mitarbeitende zu einer kompakten Online-Schulung einladen und einmal jährlich auffrischen.

  • Einen einseitigen Notallplan schreiben, ausdrucken und an einem physischen Ort (z.B. in einem Ordner) hinterlegen.


So schafft jeder eine stabile Basis für das ganze Jahr.


Ihr habt Fragen zum Thema oder wollt euch mit uns austauschen? Kontaktiert uns gerne oder hinterlasst uns einen Kommentar.




Quellenverzeichnis:


 
 
 

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