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Wenn das Internet plötzlich "DNS" braucht: IT-Begriffe, die unseren Alltag steuern

29. Sept.
4 Min. Lesezeit

Der Abend, an dem alles puffert



Freitag, 20:07 Uhr.

Die Pizza wurde gerade geliefert, die aktuelle Folge der neuen Lieblingsserie gestartet und dann … bleibt plötzlich das Bild stehen. Ein Kreis dreht sich. Dreht sich weiter.

Und weiter.


Jemand sagt: „Das WLAN spinnt…“. Also startet man den Router neu. Doch während alle auf den Ladebalken starren, weiß kaum jemand, dass im Hintergrund gerade mehrere Systeme laufen. Die Cloud liefert die Serie, ein DNS-Server sucht die richtige Internetadresse, der Cache versucht, Wartezeit zu sparen und Algorithmen entscheiden, welche Serie als nächstes empfohlen wird.


Hört oder sieht man diese Begriffe, ploppt schnell der Gedanke „Das klingt nach IT-Abteilung“ im Kopf auf, oder?


Dabei begegnen uns diese und andere „technische“ Begriffe beinahe täglich in unserem Alltag. Sie beschreiben Vorgänge, die beim Streamen, beim Bezahlen, Chatten, Einkaufen oder Arbeiten ständig passieren. Wer sie versteht, kann nicht nur Geräte besser bedienen, sondern auch Datenschutz- und Sicherheitsrisiken leichter einschätzen.



Cloud: Der Film kommt aus dem Rechenzentrum


Dass so manche Köpfe gerne in den Wolken schweben kennt man ja, aber was hat mein Film dort verloren?


Tatsächlich ist mit Cloud einfach eine große IT-Infrastruktur (Rechenzentrum) gemeint, wo Daten oder Anwendungen nicht ausschließlich auf dem eigenen Gerät gespeichert bzw. ausgeführt werden. Stattdessen sind diese auf entfernten Servern bereitgestellt und man kann online darauf zugreifen. Das können Fotos sein, Dokumente oder eben Filme oder Serien, die wir gerade streamen.


Die Cloud macht Streaming bequem. Man muss die Serie nicht erst auf dem Fernseher speichern, sondern ruft sie bei Bedarf vom Anbieter ab. Komplett standort- und geräteunabhängig. Man benötigt nur einen Zugang zum Internet und den Zugriff auf die jeweilige Cloud - in diesem Fall den Zugang zum Streamingdienst.


Dass wir Cloud-Computing im Alltag nutzen, vergesse viele. E-Mail-Postfächer, Online-Speicher und Microsoft 365 funktionieren nach diesem Prinzip.


Aber ist die Cloud überhaupt sicher?


Das kann man leider nicht verallgemeinern, denn entscheidend sind u.a. der Anbieter, die Konfiguration, die Verschlüsselung und der Umgang mit Zugriffsrechten. Sensible Daten und Passwörter sollten jedenfalls nicht ohne Verschlüsselung in der Cloud gespeichert werden.



DNS: Das Telefonbuch des Internets


Sobald wir www.google.com eintippen und die Verbindung aufgebaut wurde, machen wir uns keine weiteren Gedanken mehr um die Hintergründe der Funktion. Das Wie, Woher und Was sind unwichtig für uns, solange alles funktioniert.


Dabei klingt DNS komplizierter als es ist. Man kann es quasi als das Telefonbuch des Internets bezeichnen. Aber warum?


Ganz einfach: Computer kommunizieren nicht mit Namen, sondern mit Zahlen: Den IP-Adressen.


Was für uns Google, Amazon, Netflix, Gmail oder jede andere Domain ist, ist für den Computer eine Zahlenreihe wie 192.164.1.1


Jede Domain hat ihre eigene IP-Adresse. Fast wie ein Fingerabdruck. Damit wir uns aber nicht diese langen Zahlenreihen merken müssen, gibt es das Domain Name System oder kurz: DNS.


Das DNS ordnet einen Domainnamen (z.B. Google) der zugehörigen IP-Adresse zu. Deshalb wird beim Support auch meistens als erstes gefragt, ob nur eine bestimmte Website nicht aufrufbar ist oder ob man gar nicht erst ins Internet kommt. Wenn nämlich Router und WLAN normal laufen, funktioniert wahrscheinlich das DNS nicht. Websites lassen sich dann nicht aufrufen, weil der Computer nicht weiß, zu welchem Server er gehen soll.



Cache: Der kleine Vorrat für schnellere Wege


Der Cache ist ein Zwischenspeicher. Der Browser legt dort Teile bereits besuchter Websites ab, wie etwa Bilder oder bestimmte Seitenelemente. So müssen diese Daten beim nächsten Besuch der Website nicht immer komplett neu geladen werden. Das spart also Zeit und Datenvolumen.


Doch der Cache kann auch für Verwirrung sorgen. Wenn eine Website eine scheinbar alte Version anzeigt, obwohl diese längst aktualisiert wurde, hilft es, die Seite neu zu laden oder den Cache zu leeren.


Beim Streaming übernimmt ein ähnliches Prinzip eine wichtige Rolle. Auch dort werden Daten vorübergehend vorgeladen, damit der Film nicht bei jeder kleinen Netzschwankung stoppt. Reicht die Verbindung nicht aus, beginnt das gefürchtete Puffern.

 

Man kann sich den Cache ein bisschen wie einen Vorratsschrank vorstellen. Man muss nicht für jede Mahlzeit neu einkaufen, aber manchmal sind die Zutaten zu alt und der Schrank muss ausgemistet werden.



Cookies: Kleine Dateien, große Wirkung


Ein Cookie ist eine kleine Datei, die eine Website auf dem Gerät speichern kann. Sie kann sich dadurch beispielsweise merken, dass man bereits angemeldet ist, Artikel in den Warenkorb gelegt hat oder bestimmte Einstellungen bevorzugt.


Der Button „Cookies akzeptieren“ ist wahrscheinlich allen bekannt, aber muss man das wirklich?

Nein.


Es gibt technisch notwendige Cookies, ja.

Die braucht man, damit eine Website überhaupt funktioniert.


Andere dienen jedoch Marketing und Webtracking. Diese sind technisch nicht notwendig, helfen aber dabei, das Surfverhalten auszuwerten und Werbung persönlicher auszuspielen.


Wenn nach dem Besuch eines Online-Shops plötzlich überall Werbung für genau das Produkt auftaucht, das man sich dort angeschaut hat, sind häufig Tracking-Technologien im Spiel. Wer das nicht möchte, sollte sich bei jeder Seite die Mühe machen, den Cookie-Banner genau zu prüfen und technisch nicht notwendige Cookies deaktivieren.



VPN: Der verschlüsselte Tunnel


Wie oft verbinden wir uns mit öffentlichem WLAN? Während dem Urlaub im Hotel? Im Zug oder im Café? Auf einer Messe oder am Flughafen?


Und wie oft verbinden wir uns, ohne uns Gedanken um die Sicherheit unserer Daten und Geräte zu machen? Wir würden jetzt einfach mal behaupten: sehr oft.


Besonders bei Arbeitsgeräten, die Zugriff auf den Unternehmensserver und sensible Daten haben, ist ein VPN unverzichtbar. Aber was ist das nun genau?


Ein VPN (Virtual Private Network) baut einen verschlüsselten Tunnel zwischen dem eigenen Gerät und einem VPN-Server auf. Dadurch wird der Datenverkehr auf dem Weg zum VPN-Server vor Zugriffen aus dem restlichen Internet geschützt.


Zusätzlich sieht eine besuchte Website meist die IP-Adresse des VPN-Servers und nicht direkt die des eigenen Anschlusses. Das kann die Privatsphäre verbessern. Aber Vorsicht: Ein VPN macht nicht automatisch anonym!



Digitale Kompetenz beginnt beim „Aha-Moment“


Cloud, Cookie, DNS, Cache.

Sie klingen wie IT-typische Fachbegriffe, erklären uns aber warum die Website gerade nicht erreichbar ist, warum unsere Serie stockt oder warum uns Werbung zu verfolgen scheint.


Man muss nicht wissen, wie ein Server programmiert ist, aber man sollte die wichtigsten Begriffe erkennen. Nicht nur, weil sie uns im Alltag begegnen, wir sie täglich nutzen und erleben. Auch, weil man sich weniger ausgeliefert fühlt, wenn man ein Grundverständnis für die digitale Welt hat.


Das nächste Mal bei Problemen mit dem Internet weiß man dann ja vielleicht, dass ein DNS-Server gerade versucht, die richtige Adresse zu erreichen oder ein Cache geleert werden muss.






Quellenverzeichnis:


 

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